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JunA: SHC La Chaux-de-Fonds vs SHC Bettlach 7:2 (2:1, 2:0, 3:1)

Eggimann Christian 25.11.2017

Für die Bettlacher war ein Sieg im heutigen Spiel immens wichtig, wollten sie den Anschluss ans Mittelfeld nicht verpassen. Doch bereits beim Einspielen waren die meisten Spieler mehr mit dem Schneefall beschäftigt als mit dem bevorstehenden Spiel; diese Einstellung sollte sich durch das ganze Spiel weiterziehen.

Doch starten wir im ersten Drittel. Die Neuenburger begannen druckvoll in die Partie und nahmen das Spieldiktat in die Hand. Es dauerte fast elf Minuten, bis die Gastgeber das 1:0 bejubeln konnten. Die Solothurner wirkten aber gefasst und kamen auch ihrerseits zu einigen wenigen Abschlüssen. Eine davon nutzte Reinhard im Powerplay zum Ausgleich aus. In der Folge war zwar La Chaux de Fonds die bessere, spritzigere Mannschaft, die Gäste störten aber erfolgreich die Auslösungen und konnten einige gefährliche Situationen vor Torhüter Brendel entschärfen. Kurz vor der Pause schlug es dann doch noch hinter dem Bettlacher Torhüter ein. Ein ärgerliches Tor, jedoch gemessen an den Spielanteilen nicht unverdient.

Die Bettlacher schienen nach Anpfiff des zweiten Drittels im Kopf noch an der Wärme zu sein, nur so liess sich erklären, warum die Gastgeber mit dem ersten Angriff neun Sekunden später bereits das 3:1 feiern konnten. Bettlach verfiel in eine kollektive Kältestarre. Von nun an spielten nur noch die Neuenburger. Vier Minuten später fiel das 4:1. Es ist dem Bettlacher Schlussmann zu verdanken, dass bei Spielhälfte die Gastgeber nicht schon viel höher führten; man rettete sich mit viel Glück mit diesem Resultat in die zweite Pause.

Das letzte Drittel ist schnell erzählt, denn es knüpfte an den Geschehnissen der ersten 40 Minuten nahtlos an. Die Neuenburger wirkten spritziger und kombinierten sich Mal für Mal durch die Bettlacher Reihen. Konnten die Gäste ihrerseits einen Angriff lancieren, blieb man entweder an einem Gegenspieler hängen oder nahm sich selbst den Vorteil durch ein Offside. Es gab Momente, da hatte der Autor dieser Zeilen ein Déjà-Vu von letzter Saison; man gab sich Mühe, hatte auch welche. Sei es im offensiven Spiel in der neutralen Zone, im Spiel mit dem Offside oder der Manndeckung. Selbst bei hundertprozentigen Abschlussmöglichkeiten brachte man es nicht fertig, den Ball mindestens aufs Tor zu bringen. Den negativen Höhepunkt dieser Partie waren drei (3!!!) Shorthander im gleichen Powerplay, dies war gleichbedeutend mit der Entscheidung in diesem Spiel. Selbst die Standpauke des Trainers beim Time-Out nach dem zweiten Shorthander vermochte die Bettlacher Spieler zu wecken.

Das 7:2 von Nobs in der 57. Minute war nur noch Resultatkosmetik, zu harmlos trat man heute auf. Wollen die Bettlacher Junioren vom zweitletzten Platz wegkommen, müssen sie bis zum nächsten Spiel am kommenden Wochenende gegen Sierre aus ihrem Winterschlaf erwachen und müssen lernen, das ein Hockeyspiel von Fehlern lebt, Emotionen und schmerzhafte Zweikämpfe Bestandteil des Sports sind und Siege ohne Tore nicht möglich sind. Ansonsten rückt ein Platz im Mittelfeld in weite Ferne.

 

Spielbericht Swiss Streethockey